Wie man Zwerge loswird

PAULAS ZWERGE – Teil 3 

„Was mach ich jetzt bloß mit den ganzen Zwergen?“, murmelte Paula vor sich hin. „Die können doch nicht im Garten bleiben und schon gar nicht hier im Haus.“
Aus irgendeinem Grund kam ihr der Gedanke, dass ja eigentlich genug Platz da wäre, wenn Jon nicht ständig alles mit alten Zeitschriften vollstopfen würde. Aber mit Schubladen voller Zwerge konnte sie genauso wenig anfangen.
„Ich hab nachgedacht“, hörte sie den Zwerg aus der Küche rufen. Sie zögerte kurz, setzte sich aber dann wieder an den Tisch, auf dem er, immer noch fröhlich seinen Kaffee schlürfend, an der Obstschale lehnte.
„Wissen Sie“, fuhr er fort, „möglicherweise sind wir Zwerge, die wir hier gelandet sind, die glücklichsten Zwerge der Welt, da wir nun die Chance haben, uns frei zu entscheiden, was wir tun wollen.“
„Dann solltet ihr euch bald entscheiden und möglichst für etwas, das euch aus meinem Garten wegführt!“
„Vielleicht sollte ich mal mit den anderen reden.“ Der Zwerg machte einen entschlossenen Gesichtsausdruck und sprang von der Obstschale auf, sah sich aber gleich darauf mit der Höhe der Tischkante konfrontiert. Bevor er darum bitten musste, hatte sich Paula ihn geschnappt und trug ihn zum Küchenfenster.
‚Die Fensterputzer müssten auch mal wieder kommen’, dachte sie noch bei sich, als sie es öffnete und die schlagartig erstummende Zwergenschar sich zu ihr – soweit möglich – umdrehte. Vorsichtig setzte sie den Zwerg auf der Fensterbank ab. Unter den Zwergen im Garten wurde es sofort unruhig. Ein neugieriges Tuscheln folgte der Stille. Winzige Köpfe reckten sich in Richtung Fenster, während diejenigen, die irgendwo vergraben waren, versuchten, sich nach oben zu kämpfen. Gruppen von kleineren Zwergen probierten unterdessen, sich so zu stapeln, dass wenigstens einer von ihnen etwas sehen konnte.
„Wundern Sie sich nicht“, erklärte der Zwerg auf der Fensterbank, „wenn ich in einer Ihnen nicht verständlichen Sprache, nämlich unserer Programmiersprache rede. Nur so kann ich sicher sein, dass mich alle hier verstehen.“ Paula nickte, ohne ihm richtig zugehört zu haben, und der Zwerg begann daraufhin mit seiner Rede.
Diese sogenannte Programmiersprache bestand hauptsächlich aus vereinzelten Pfeiftönen und Klacklauten, ähnlich denen eines alten Modems, das Paula noch aus ihrer Kindheit kannte. Die Zwerge schienen jedenfalls beeindruckt zu sein, sodass es im Garten bald sehr ruhig wurde. Nach ungefähr fünf Minuten endetet die Ansprache des Zwergs und es kam zu einer Diskussion. Paula beschloss, sich abwartenderweise in die Küche zu setzen und am besten eine zu rauchen, um sich von der lästigen Geräuschkulisse abzulenken.
Die Besprechung der Zwerge dauerte etwa drei Zigarettenlängen, in der Paula sich fragte, ob nicht die Nachbarn von den Geräuschen etwas mitbekommen haben dürften. Überhaupt war so ein Haufen Zwerge im Garten ja eigentlich nicht zu übersehen. Kurz bevor sie jedoch in eine jähe Panik ob ihrer nachbarschaftlichen Beziehungen verfallen konnte, drehte sich der Zwerg am Fenster zu ihr um.
„Nun, wir haben uns entschieden“, sprach er auch gleich mit feierlicher Stimme. „Ein Drittel von uns möchte an den für sie vorgesehenen Arbeitsplatz, das betrifft wohl die Pentiummännchen, schätze ich. Wir anderen aber haben uns entschlossen, Urlaub zu machen, das heißt, soweit unsere Definitionen das Wort ‚Urlaub’ richtig erfassen, und zwar entweder in Australien oder Island.“
„Das ist ja toll“, entgegnete Paula mit einem mittlerweile resignativen Tonfall. „Denn mal los.“
„Naja, so einfach ist das jetzt nicht. Wir bräuchten schon Ihre Hilfe. Besitzen sie zufällig ein Faxgerät?“
Tatsächlich hatte Jon vor gerade mal zwei Wochen ein nagelneues 3D-Faxgerät günstig erworben, obwohl sie im Prinzip nie eins benötigt hatten. Jedenfalls war es technisch auf dem neusten Stand, vermutlich zwergbetrieben und somit nach Ausschalten des mutmaßlichen Störfaktors voll funktionstüchtig.
Während die Zwerge draußen warteten, kramte sie es aus einem Schrank im Wohnzimmer. Es war noch verpackt. Sie zog es behutsam aus seinem Karton, dann aus der Styropor- und der Plastikhülle und stellte es auf den kleinen Tisch, neben das Telefon.
„Ich hab aber keine Ahnung, wie ich das Ding in Betrieb setze!“, rief sie in Richtung Küche und wartete einen kurzen Moment auf die herbeieilende Hilfe, wie sie es sonst von Jon kannte. Bis ihr einfiel, dass der Zwerg sich ja immer noch auf der Fensterbank befand.
Sie eilte in die Küche.
„Sie müssen mich schon mitnehmen“, kam es etwas beleidigt vom Fenster. „Und vielleicht sollten sie die anderen auch rein lassen, aber vorher bitte dieses Untier wegsperren!“
Die Situation begann nun wirklich, sie zu stressen. Sie setzte den Zwerg auf das Faxgerät, rief nach Bill, der freudig wedelnd angerannt kam, nur um sich wenig später im Flur vor verschlossener Tür wiederzufinden.
Zurück im Wohnzimmer blickte sie durch die Terrassentür auf die Zwergenhorde dahinter. Die sollte sie nun in ihr halbgesäubertes Wohnzimmer lassen?
„Die sollen mir hier bloß kein Chaos veranstalten!“, mahnte sie nochmals mit Nachdruck und öffnete langsam die Terrassentür.
Wider Erwarten trippelte nun ein Zwerg nach dem anderen wohlgesittet, wenn auch vorsichtig und sich erstaunt umsehend, ins Zimmer. Das Knäuel aus dem Garten wurde allmählich zu einer Ebene von Zwergen in ihrer Stube.
Der Zwerg am Faxgerät, der sich inzwischen mit dem Zwerg im Faxgerät besprochen hatte, schien mittlerweile über dessen Funktionsweise aufgeklärt zu sein und hämmerte wild auf einigen Knöpfen herum.
„So“, sagte er, „der Erste möge vortreten!“ Er wiederholte sich noch einmal klacken- und piependerweise in der Zwergenprogrammiersprache. Paula stellte nebenbei fest, dass sie komplett von Zwergen eingekreist war, von denen einige besorgt an ihr hinauf blickten. Ihre Bärte leuchteten in verschiedenen Farben, als wenn kleine Weihnachtsbaumlichterketten in sie eingeflochten wären. Ein rotleuchtender Zwerg sprang zu dem Zwerg am Fax. Der kleine (er war etwa halb so groß wie Paulas Zwerg) tippte ungestüm eine Nummer ein und legte sich unter die Faxklappe. Der Zwerg draußen drückte einen Knopf, der Scanner fuhr rot und blau leuchtend seine Strecke ab und der Zwerg unter der Klappe war verschwunden. Alles in allem hatte die ganze Aktion vielleicht fünf Sekunden gedauert.
‚Unglaublich, was diese Geräte heutzutage alles können beziehungsweise… diese Zwerge’, sinnierte Paula, der das Ganze höchst mysteriös vorkam. Schon war auch der nächste Zwerg aufs Fax gesprungen und verschwunden… und der nächste und noch einer und ein fünfter, sechster, siebter, bis Paula irgendwann aufhörte zu zählen.
Zufrieden stellte sie fest, dass sich ihr Wohnzimmer bestimmt schon um ein Viertel geleert hatte. Sie jedoch war immer noch von Zwergen umkreist, die auf ihre Abreise warteten. Plötzlich klingelte es an der Tür. Paula schreckte auf. Sie hatte keine Ahnung, ob die Zwerge an ihren Füßen wussten, was eine Türklingel war, sie wirkten lediglich etwas irritiert.
‚Na gut’, dachte sie, ‚dann bin ich eben nicht da.’ Unruhig trat sie von einem Fuß auf den anderen.
Es klingelte noch mal. Und noch mal.
Nun hielt sie es nicht mehr aus. Sie drehte sich auf der Stelle und schob vorsichtig einen Fuß keilartig nach vorne. Endlich schienen die Zwerge ihr Anliegen verstanden zu haben und begannen eine Gasse zu bilden, indem sie erneut anfingen, sich zu stapeln. Während Paula behutsam durch den schmalen Gang balancierte, der ihr von ihrem Wohnzimmer geblieben war, klingelte es noch zweimal. An der Wohnzimmertür angekommen, ergriff sie schließlich die Hektik.
„Ja, ja ich komm‘ ja schon“, rief sie gestresst in den Flur derweil sie, Bill zurückschiebend, die Tür hinter sich schloss. Wieder klingelte es.
„Ja, doch!“ Bill sprang nun jaulend vor der Haustür auf und ab. Sie griff ihn am Halsband und öffnete. Vor ihr standen zwei Herren. Sie trugen dunkelgrüne Jacken, auf die ein ihr unbekanntes Logo übergroß auf der Brusttasche aufgenäht war.
„Guten Tag“, begann der wichtiger aussehende von beiden, „Wir kommen von der Firma Cyborgcontroll und wir haben festgestellt, dass…“ An dieser Stelle stutzte er und schien zu überlegen, wie er genau fortfahren sollte. „Wir haben festgestellt, dass von uns übertragene Daten nicht korrekt versendet worden sind. Vielmehr wurden diese durch einen Störfaktor unterbrochen und dieser wurde von unseren Dedektoren in diesem Haus ermittelt.“
‚Wenn Sie die Zwerge meinen, die tummeln sich im Wohnzimmer’, wäre es fast aus Paula herausgesprudelt, aber im letzten Moment fiel ihr ein, dass sich ja einige der Zwerge entschlossen hatten, endlich mal Urlaub zu machen und die Übrigen sich ja sowieso gerade an ihre rechtmäßigen Empfänger faxten. Also stellte sie sich dumm.
„Wovon reden Sie bitte? Was für Daten? Bei mir, das kann ich mir nicht vorstellen.“
„Bei den Daten handelt es sich nicht um gewöhnliche Daten, wissen Sie“, startete der erste der Männer einen zweiten Versuch.
„Es handelt sich um Zwerge“, fügte der Hintere erklärend hinzu, wurde aber sofort mit einem strafenden Blick bedacht und verstummte daraufhin.
Paula ergriff das Wort.
„Zwerge? Soll das ein Witz sein?“
„Nun ja, sie scheinen immerhin irrtümlicherweise hierher gesandt worden zu sein“, entgegnete der Erste verlegen.
„Wenn mir die Post heute einen Karton Zwerge vor die Haustür gestellt hätte, dann wüsste ich das sicherlich.“ Paula war selbst erstaunt, wie gut sie die Überraschte mimte und fast zweifelte sie selber an dem, was sich den Vormittag über in ihrer Wohnung abgespielt hatte.
Ihr Auftritt schien jedenfalls zu wirken, denn die Männer an der Tür wirkten zunehmend verunsichert.
„Äh, eigentlich werden Zwerge nicht per Post verschickt“, bemerkte der hintere Mann. Auch diesmal wurde er von seinem Kollegen mit einem bösen Blick gestraft. Bevor dieser nun wieder loslegen konnte, fuhr ihm Paula dazwischen.
„Nun, das reicht jetzt. Es war sehr amüsant mit Ihnen zu plaudern, aber ich muss jetzt wirklich…“ Ein strahlend helles Licht, das unter der Wohnzimmertür hervorblitzte, unterbrach sie. Sie erschrak und ließ dabei Bill los, der sich sofort auf den hinteren der beiden Männer stürzte und sich an dessen Hosenbein zu schaffen machte. Der Vordere hatte indes neue Entschlossenheit geschöpft und machte, seinen verzweifelt kämpfenden Kollegen ignorierend, einen Schritt auf Paula zu.
„Aha, was war denn das im Wohnzimmer?“ Forschend warf er einen Blick auf die eben noch erleuchtete Tür. Paula versuchte, ihm die Sicht zu versperren und zu verhindern, dass er im nächsten Moment ganz in ihrem Flur stand. Sie pfiff nach Bill um vom Thema abzulenken. „Bill! Lässt du wohl den Herrn los! Bill!“ Nach einigen Rufen besann sich Bill schließlich und ließ von dem Hosenbein ab, obwohl sich Paula das jetzt am wenigsten gewünscht hätte. Denn nun trat auch der zweite Herr wieder neu ermutigt hinter den anderen.
„Und warum haben Sie eben so lange gebraucht, die Tür zu öffnen?“, fragte er sogleich.
„Ich war im Garten“, konterte Paula, doch der erste Herr sah sie ungläubig an.
„Um diese Jahreszeit? Und das Phänomen aus Ihrem Wohnzimmer haben Sie uns auch noch nicht erklärt.“Kaum hatte er den Satz beendet, machte sich das Phänomen erneut bemerkbar; ein weiterer heller Strahl durchflutete den schmalen Spalt unter der Tür. Jetzt schoben sich die beiden Männer endgültig an Paula vorbei und hasteten in Richtung Wohnzimmer.
„Keine Zwerge, wie?“, sprach der erste triumphierend, während er den Türdrücker senkte. Paula versuchte fieberhaft, sich etwas zu überlegen, bevor er die Tür öffnen würde, aber es fiel ihr nichts ein. Die Tür schwang auf und die Herren sprangen geradezu in das Wohnzimmer.
Es war leer.
Paula huschte hinter den beiden ins Zimmer und blickte nicht weniger erstaunt durch den Raum. Das Faxgerät stand noch immer auf dem Beistelltisch neben dem Telefon, jedoch völlig inaktiv, als wäre es noch nie benutzt worden.
„Das ist ja unglaublich!“, rutschte es ihr heraus, woraufhin sich die Herren sofort zu ihr umdrehten.
„Vielleicht würden Sie uns erklären, was Sie so unglaublich finden, wenn es sich nicht zufälligerweise um das Verbleiben von einer ganzen Menge an Zwergen handelt?“
„Nein, nein, ich…“ Paula grübelte noch, was sie sagen sollte, als das Klingeln eines Handys sie unterbrach. Es gehörte einem der Männer, die beide wie auf Kommando in ihre grünen Jacken griffen. Der Wichtigere meldete sich.
„Ja, bitte?“ Seine eben noch forsche Verhörstimme wich einer gewissen Ernüchterung. „Ok, dann hat sich das ja erledigt“, schloss er das Gespräch ab. Eine Weile starrte er noch nachdenklich umher und wandte sich schließlich zum Gehen.
„Kommen Sie!“, winkte er seinem Kollegen zu. „Das Problem hat sich geklärt. Die Daten erreichen nun anscheinend nach und nach ihren Bestimmungsort. War wohl nur eine Verzögerung in der Übertragung.“ Wie nach einem verlorenen Spiel schritt er langsam zur Haustür, sein Kollege eilte hinter ihm her.
„Und was ist mit dem Licht?“, hielt dieser ihn an. Kurz vor der Tür angekommen drehten sich beide nochmals zu Paula um.
„Das? Das war unser neues Faxgerät. Ich wollte es gerade anschließen, als Sie…“ Endlich war ihr etwas eingefallen, obwohl es die Herren nur zur Hälfte mitbekamen.
„Ja, ja, Frauen und Technik“, hörte sie noch, bevor die Tür mit einem Ruck von außen zugezogen wurde.

Jon kam an diesem Abend recht pünktlich, was Paula ein wenig wunderte, obwohl sie mittlerweile nichts mehr so leicht erstaunte. Sie aßen zu Abend. Jon erzählte von seinem stressigen Tag in der Firma, wo sie eigentlich neue Rechner hatten bekommen sollen, was sich aber seltsamerweise verzögert hatte und jetzt sei mal wieder Chaos ausgebrochen.
„Und jetzt müssen wir noch den blöden Satelliten reparieren lassen, wer weiß wahrscheinlich brauchen wir auch einen neuen. Es gibt ja inzwischen solche mit integrierten Antistörungsregler und multifunktionaler Senderwahl.“
Paula wusste zwar nicht, wozu das alles gut sein sollte, aber insgeheim dachte sie sich: ‚Da ist dann auch wieder ein Zwerg mit drin’ und musste ob dieses Wissens ein wenig grinsen.
Jemand klingelte und Jon stand auf und ging zur Tür. Sie lauschte auf, um mitzubekommen, wer es wohl war, der jetzt noch etwas wollte, ohne einzutreten, aber sie bekam von hier aus nichts mit. Dafür schien eine feine Stimme unter dem Tisch herzukommen.
„Entschuldigen Sie…“ Es war der Zwerg. Er hatte seine rote Kappe abgenommen, als wolle er sich vorstellen oder verabschieden.
„Wo waren denn plötzlich alle hin?“, flüsterte Paula hastig.
„Nun, nachdem unsere Pentiummännchen alle weg waren, haben wir nur noch in Gruppen gefaxt. Wir haben nämlich auch gemerkt, das es schneller gehen musste. Leider hat es das Faxgerät überlastet und deshalb bin ich noch hier, na ja, bis der Zwerg drin es repariert hat.“ „Sind die jetzt wirklich alle in Australien?“
„Ja, oder Island, wie gesagt. Ich wollte mich jedenfalls noch mal bedanken, für ihre Unterstützung.“ Der Zwerg streckte ihr seine winzige Hand entgegen. Paula reichte ihm gerührt zwei Finger.
„Ja. Ich danke euch auch….“ Der Zwerg setzte seine Mütze wieder auf, winkte und huschte ins Wohnzimmer.
Nun bekam sie doch noch etwas von den Geschehnissen an der Haustür mit, denn Jons Stimme schallte lautstark durch den Flur.
„…Zwerge, das soll wohl ein Witz sein?! Vom Satelliten abgefangen, der als Schrotthaufen im Garten liegt? Ich rate Ihnen, jetzt möglichst schnell mein Grundstück zu verlassen, und sollten Sie mich oder meine Frau noch einmal mit Ihren idiotischen Sciencefictionmärchen belästigen, dann lass ich Sie persönlich einweisen!“
Ärgerlich stapfte Jon, der sonst eigentlich ein sehr gutmütiger Mensch war, zurück in die Küche.
„Mann, was für ein Irrer“, sagte er zu Paula, „wollte mir was von Zwergen erzählen, die per Satellit in unserem Haus landen würden.“
„Ach was?!“
Sie beschloss, Jon nichts zu erzählen und einfach ganz normal weiterzuleben. Nur eben in der Gewissheit, dass in manchen Dingen eben immer ein Zwerg versteckt ist, der darauf achtet, dass alles richtig funktioniert. Und manchmal, wenn niemand hinsieht, würde sie beim Kühlschrank oder beim Herd oder beim Fernseher einen kleinen Becher Kaffee neben die Geräteklappe stellen und am nächsten Tag den leeren Becher wohlwollend lächelnd wieder mitnehmen.
,So ein Zwerg braucht eben auch manchmal etwas Zuwendung’, dachte sie und half Jon beim Tisch abräumen.

C. Holister (c) 2005

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